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Homöopathie

"Ich glaube jetzt eifriger denn je an die Lehre des wundersamen Arztes, seitdem ich die Wirkung einer allerkleinsten Gabe so lebhaft gefühlt und immer wieder empfinde."

Goethe 1820


Was ist Homöopathie?
Begründet wurde die Homöopathie vor ca. 200 Jahren von dem Arzt, Apotheker und Chemiker Samuel Hahnemann (1755-1843). Sie ist ein eigenständiges Naturheilverfahren mit klaren Gesetzen und kein Sammelbegriff für verschiedene alternative Heilmethoden. In ihrer Denkweise und ihrem therapeutischen Vorgehen unterscheidet sich die Homöopathie grundlegend von der Schulmedizin. Der Begriff Homöopathie leitet sich vom griechischen "homoion pathos" her, was soviel bedeutet wie "ähnliches Leiden". So heißt denn auch das therapeutische Leitprinzip der Homöopathen. "Similia similibus curentur" - Heile Ähnliches mit Ähnlichem!

Was ist die klassische Homöopathie?
Die klassische Homöopathie orientiert sich an der ursprünglichen Lehre Hahnemanns und verordnet Einzelmittel, die nach ausführlicher Anamnese (Aufnahme der Krankheitsgeschichte des Patienten) und Repertorisation (Auswahl des passenden Heilmittels für den Patienten) ausgewählt werden. Elementarer Bestandteil der klassischen Homöopathie ist die sogenannte Erstanamnese, in der neben den körperlichen Beschwerden auch auf die Gefühlslage des Menschen, Das Befinden, die Lebensgewohnheiten, die persönlichen Eigenschaften, Sorgen, Ängste und Träume eingegangen wird. Dies dient dazu, den Patienten als Ganzes wahrzunehmen und nicht nur auf die Symptome der Krankheit zu fokussieren. Eine Erstanamnese erfordert somit die vorurteilslose Aufmerksamkeit, innere Ruhe und eine gute Beobachtungsgabe des Therapeuten. Die endgültige Auswahl des individuellen Heilmittels (Simile) wird schließlich nach eingehender vergleichender Betrachtung des Arneimittelwirkbildes mit der Gesamtheit der Symptome des Patienten durchgeführt. Im Idealfall passt das Mittel zum Menschen wie der Schlüssel zum Schloss.

Die Lebenskraft
Hahnemann nahm an, dass ein nicht-stoffliches (immaterielles) Ordnungsprinzip, Lebenskraft oder Dynamis genannt, die Lebensvorgänge des Organismus steuere und harmonisiere. Im Krankheitsfalle ist zunächst nur diese Lebenskraft betroffen und äußert dies durch das Hervorbringen von Krankheitssymptomen. Durch das Potenzieren, so Hahnemann würden die den Arzneien innewohnenden "dynamische"Kräfte auf besondere Weise entwickelt, so dass sie direkt auf die ebenfalls immaterielle Lebenskraft wirken. Im Krankheitsfalle reagiere die Lebenskraft auf das richtig ausgewählte, potenzierte Heilmittel mit der Wiederherstellung der Gesundheit.

Potenzierung
Unter Potenzierung ist die starke Verdünnung bei gleichzeitiger Dynamisierung (Verschüttelung oder Verreibung) zu verstehen. Die Arzneimittel werden durch stufenweise durchgeführtes Potenzieren aus Urtinkturen (pflanzlichen und tierischen Ursprungs) und aus Verdünnungsmitteln wie Alkohol, destilliertem Wasser, Glycerin und Milchzucker hergestellt. Im Organon der Heilkunst, dem zugrundeliegenden Standardwerk von Samuel Hahnemann wird die Wirkung eines potenzierten Mittels nicht der körperlichen Substanz oder physischen Wirkung eines Arzneistoffes, sondern der immateriellen, daraus freigewordenen "spezifischen Arzneikraft" zugeschrieben.